Gemeinde Pfinztal · Hauptstr. 70 · D-76327 Pfinztal · Tel. 07240 62-0 · Fax 07240 62-199 · info@pfinztal.de · www.pfinztal.de

A+   Vollversion   Light-Version   Hilfe


Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 07.11.19 , gültig bis Mi. 13.11.19

„Osteoporose – die schleichende Volkskrankheit“

Gut besuchter Vortrag bei Seniorenakademie Pfinztal

Chefarzt Peter Albrecht referierte über Osteoporose

Medizinische Themen bleiben „der Renner“ in der Vortragsreihe der Seniorenakademie. Voll gefüllt waren die Stuhlreihen mit rund 100 Zuhörern. Dabei stand ein Thema im Mittelpunkt, das gerade vielen der älteren Generation unter den Nägeln brennt: die inzwischen zur Volkskrankheit gewordene Osteoporose, der Knochenschwund. Sechs Millionen Patienten mit dieser Krankheit gibt es inzwischen in Deutschland, wusste Referent Peter Albrecht, Chefarzt im Zentrum für Altersmedizin im Klinikum Mittelbaden-Baden-Baden-Bühl zu berichten. Der Knochen ist ein faszinierendes Organ. Osteoporose sei sowohl ein krankhafter als auch ein normaler Alterungsprozess. Bei der chronischen Erkrankung nehme die Knochenmasse und -dichte im Verlauf schleichend ab, das Risiko für Knochenbrüche werde erhöht. Im Gegensatz zum feinporigen gesunden Knochen stelle man am kranken Knochen eine gröbere Struktur mit Störung des Tragwerkes und Substanzdefizite fest, die den Knochen porös, instabil, fragil machen. Die größte Knochendichte erreichten Frauen mit 35, Männer mit 45 Jahren. Deshalb und wegen der höheren Lebenserwartung würden Frauen im Alter öfter Knochenbrüche erleiden. Bis zu einem Lebensalter von 50/60 Jahren könnten sich Knochen durch aufbauende Zellen selbst erneuern. Eine wesentliche Rolle für den Knochenaufbau spiele das Vitamin D. Vitamin D-Mangel sei ein weit verbreitetes Phänomen in Deutschland. Nur ein Prozent der Osteoporose-Patienten hätten einen optimalen Vitamin D-Spiegel. Als Ursachen für den Mangel gelten vor allem eine unzureichende körpereigene Vitaminbildung und zu geringe Aufnahme über die Ernährung, aber auch eine Cortison-Dauertherapie, Protonenpumpenhemmer, Medikamente bei Brustkrebs oder Abführmittel. Erstere werde durch zu häufige Aufenthalte in geschlossenen Räumen und zu kurzes Verweilen im Sonnenlicht verursacht, gerade bei älteren Menschen problematisch. Hier sei das Verwenden von Sonnenschutzmitteln und sogar Tagescremes kontraproduktiv. Albrecht bekannte, dass es schwierig sei, den Bedarf über die Nahrung zu decken. Zu den positivsten Lieferanten zählten fettreicher Fisch. Weitere gezeigte Beispiele verdeutlichten, dass hohe Verzehrmengen an Fleisch, Milch und Milchprodukten, Eiern oder Gemüse notwendig wären, um die empfohlene Mindestmenge von 1000 bis 3000 I.E. pro Tag abzudecken. Notfalls werde eine dauerhafte tägliche Einnahme von Vitamin D (Supplimentierung) empfohlen; es sei auch rezeptfrei zu beziehen. Zur Vorbeugung sei vor allem „Bewegung, Bewegung, Bewegung“ an der frischen Luft zu empfehlen.

Text: Karl-Heinz Wenz





Zurück