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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 12.06.19 , gültig bis Mi. 19.06.19

Pfinztaler Vorlesereihe soll weiter gefördert werden

Peter Hakenjos las aus „Im Irrgarten der Liebe“ von H. Jellouschek


Zum sechsten Mal in Folge bietet die Buchhandlung LiteraDur Berghausen in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und -bücherei Pfinztal auch in diesem Jahr eine (Vor-)Lesereihe an, die mit „Pfinztal liiiiiest – eine Lesereise durchs Pfinztal“ beworben wird. Von Mitbürgerinnen und Mitbürgern wird – von diesen frei gewählt – an verschiedenen Orten in der Kommune unter dem Motto „Lieblingsbücher – Lieblingsplätze“ ungefähr 30 Minuten bis zu einer Stunde lang aus Büchern vorgelesen, die diesem Personenkreis besonders ans Herz gewachsen sind, sie spannend oder interessant finden. Die Serie beinhaltet acht derartige Veranstaltungen, deren Atmosphäre durch die stets wechselnde Umgebung und die individuell gewählten Texte besonders geprägt ist. In der Mitte des Zyklus‘ lud Peter Hakenjos bei bestem Sommerabendwetter in das idyllische Ambiente seines großen Hausgartens in den Kleinsteinbacher Durlacher Weg ein. Der frühere Handelslehrer, Jahrgang 1948, macht sich seit einigen Jahren selbst als Autor einen Namen. Die jüngere Vergangenheit Deutschlands und die Lebenssituation im reiferen Alter wurden seine bevorzugten Themen. Werke wie „Sie gingen einen langen Weg“, „Nur der Tod vergisst“, „Von Spanien, einer alten Liebe und der verrückten Lust auf Leben“ oder - als neuestes Buch „Unkraut vergeht nicht – Von einem, der auszog, sich mit seinem Garten anzulegen“, humorvoll erzählte Geschichten über das Freud und Leid des Gärtnerns, sind entstanden. Jetzt aber las Hakenjos vor einem illustren Zuhörerkreis aus Hans Jellouscheks „Im Irrgarten der Liebe“. Er führte zunächst in das Leben und Werk des deutsch-österreichischen Autors ein. Dieser gebe darin auch seine Erfahrungen weiter, die er in der Paarberatung – er betreibt heute bei Tübingen eine Praxis für Paarberatung und Therapeuten-Fortbildung – gesammelt hat. Hakenjos verwies auf die Bedeutung von Büchern als Meilensteine und Wegweiser persönlicher Entwicklungen. Ein solcher sei bei ihm selbst die Interpretation des Märchens „Der Froschkönig“ gewesen.De r Frosch sei ein Symbol der Verwandlung. Er will aus der Kälte in die Wärme; auf menschliches Verhalten übertragen, empfinde er einen Mangel an Liebe und suche diese bei anderen Menschen, in dem er als Gegenleistung Hilfe anbiete. Der Deal zwischen Frosch und Prinzessin im Märchen könne mit „Ich liebe dich, weil ich dich brauche“ umschrieben werden. Dies könne, wie im Märchen dargestellt, nicht funktionieren. Entgegen der landläufigen Meinung erlöse der Kuss den Frosch nicht; erst durch den Konflikt werde der Frosch zum geliebten Prinzen. Beide hätten aber eine Verwandlung erfahren müssen. Das Märchen sage etwas Grundlegendes über Beziehungskonflikte und den Sinn von Paarbeziehungen aus und werde in dem Buch herausgearbeitet. Durch die ausgewählten Textstellen gelang es Peter Hakenjos, einen Einblick in die Interpretation des Märchens zu geben, um zur eigenen Lektüre anzuregen. Für die Buchhandlung und für die Gemeinde dankte Margret Thorwart dem Vorleser und überreichte ihm – wie könnte es auch anders sein – ein Buchpräsent. In einer offenen Gesprächsrunde wurde anschließend zu den vorgetragenen Inhalten Stellung bezogen und auf die Bedeutung und Förderung der Kulturtechnik des Lesens in der Gemeinde hingewiesen. Die Zuhörer plädierten für eine Fortsetzung der Lesereihe auch im nächsten Jahr und sprachen sich für eine verbesserte Anzeigenwerbung für dieses Projekt aus.

Text: Karl-Heinz Wenz





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