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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 12.02.20 , gültig bis Mi. 19.02.20

Preisverleihung der Ludwig-Marum-Stiftung an Pfinztaler Ministranten

Ob denn der Computer von Frau Fischer-Marum schon automatisch jedes Jahr Ende Januar die Zugfahrkarte von Berlin ins Pfinztal buche, fragte sich LMG-Schulleiterin Elke Engelmann in ihrer Eröffnungsrede. Denn in der Tat war Andrée Fischer-Marum auch dieses Jahr zur Preisverleihung angereist, zusammen mit ihrem Neffen Alex, und auch sie machte noch einmal deutlich, dass die enge Verbindung der Familie Marum mit dem Ludwig-Marum-Gymnasium bereits seit der Namensgebung vor 35 Jahren andauert - eine wahrhaft seltene Kontinuität.

Dieses Mal fand der Festakt zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar statt, auf den Tag genau 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee. Und so fragte denn auch Michael Blume, der Antisemitismus-Beauftragte der Landesregierung in seiner Gedenkrede: „Müssen wir uns schuldig fühlen?“ Nein, so seine Antwort, aber wir müssen aus der Geschichte lernen und dürfen Menschenverachtung nicht zulassen. Als eindringliches Beispiel für eben jene Verachtung in der heutigen Welt erzählte er von einem humanitären Einsatz im Irak, bei dem er offene Massengräber gesehen habe und jesidische Frauen und Kinder, die dort verfolgt und misshandelt wurden. Diese seien in Deutschland in Sicherheit gebracht worden. Er mahnte an, eine solche Ideologie des Hasses dürfe man nicht hinnehmen. Sein Fazit:„Wir gedenken nicht, weil wir uns für unsere Vergangenheit schämen, sondern weil wir uns gemeinsam für eine bessere Zukunft einsetzen.“

In diesem Sinne war der Einsatz der diesjährigen Preisträger beispielhaft. Als Teilnehmer an einer bundesweiten Sozialaktion, begleitet von SWR 3, galt es, in genau 72 Stunden ein selbst gewähltes Projekt zu stemmen. Und was die Pfinztäler Ministranten dabei geleistet haben, zeigte anschaulich ein kurzer Film: Sie gestalteten das Außengelände des Martinshauses in Berghausen vollkommen neu. Da wurde der Rasen umgegraben und neu eingesät, Bodenplatten verlegt, Bäume geschnitten, Sitzbänke frisch gestrichen, ein Pavillon renoviert und vieles, vieles mehr. Und was im Film schon deutlich sichtbar war, betonte Sascha Ehringer, Jugendreferent im Dekanat Pforzheim, nochmals in seiner Laudatio: Viel harte körperliche Arbeit, viel Ernsthaftigkeit, aber vor allem auch viel Freude am gemeinsamen Tun für andere wurde in dieser Aktion investiert. Dass der Spaß bei der guten Sache nicht zu kurz gekommen war, zeigte sich auch in der Einheitskleidung der Gruppe, den grünen T-Shirts mit der augenzwinkernd-stimmigen Aufschrift „Uns schickt der Himmel“ auf der Vorderseite.

Herzlichen Beifall gab es in der übervollen Aula des Bildungszentrums für die Leistung der Preisträger-Gruppe und auch für die hervorragende musikalische Umrahmung der Veranstaltung durch das Streichorchester unter der Leitung von Studienrätin Harriet Fischer mit dem Menuett aus der Symphonie Nr. 5 von Franz Schubert und mit einer berührenden Version von „Let it go“ aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“ sowie durch Eva Gäßler (Gesang) und Jaron Raupp (Gitarre, Klavier) aus der Klasse 11, die auch den Abend mit Ozzy Osbourne’s „Dreamer“ ausklingen ließen.

Text: Christiane Vierthaler





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