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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 07.11.18 , gültig bis Mi. 14.11.18

Gewaltige Infrastrukturprojekte warten in Pfinztal auf Verwirklichung

Einwohnerinformation in Wöschbach gab Einblicke in Planungen

 
Die Gemeinde steht seit diesem Jahr in intensivem Meinungs- und Ideenaustausch mit ihren Bürgern. „Pfinztal 2035 – Zukunft gemeinsam gestalten“ heißt der Motor für vielfältige Kontakte. Jetzt folgte mit einer Einwohnerinformationsveranstaltung in Wöschbachs Mehrzweckhalle ein weiterer Mosaikstein. „Eine kleine, feine Runde mit Teilnehmern aus allen Ortsteilen“ wertete Bürgermeisterin Nicola Bodner den Besuch. Als Informanten hatte sie ihre Fachbereichsleiter Günter Knobloch (Bauen und Planen) und Thomas Sturm (Finanzen und Personal) sowie die Fachbereichsvertreter Christian Bauer und Roland Härer (Gremien und Verwaltung) dabei. Christian Bauer, federführend bei „Pfinztal 2035“, fasste einleitend den Stand des Zukunftsprojektes zusammen. Bei der ganzheitlichen Betrachtung hätten nach einer Auftaktveranstaltung die Bürger in Workshops in den vier Ortsteilen viele Ideen entwickelt, 320 Einträge im Online-Briefkasten brachten viele Vorschläge, und nun soll im November im Wirtschaftsgespräch mit Unternehmensvertretern und einem Jugendworkshop die Sache abgerundet werden. Eine mit 20 Personen aus allen Interessenbereichen besetzte Projektgruppe soll dann bis Sommer 2019 die vorliegenden Ergebnisse diskutieren und zusammen mit der begleitenden Firma aufbereiten. Der weitere Schwerpunkt der Veranstaltung galt den kostenintensiven Infrastrukturprojekten, die Pfinztal mit Ausgaben von 75 Mio Euro – Stand derzeit – bevorstehen „und angegangen werden müssen“, so Gemeindebaumeister Günter Knobloch, der die Projekte im Detail erklärte. Die endgültige Beseitigung der schienengleichen Bahnübergänge in Kleinsteinbach und Söllingen stehen fest im Visier von Kommune und Eisenbahnbundesamt. Da in Kleinsteinbach keine verkehrsvolltaugliche Unterführung an Ort und Stelle möglich sei, bleibe für den motorisierten Verkehr nur eine Erschließung über eine serpentinenartige Zuführung von der Industriestraße über die Bahnstrecke hinweg zur B 10, die zwei Meter angehoben werden müsse. Einzuhaltende Tabuzonen des nahen Klärwerks hätten zu dieser Lösung geführt. Mit einer lichten Breite von sechs Metern soll am jetzigen Übergang eine Fußgänger/Radfahrer-Unterführung mit großzügigen Treppenab- und -aufgängen und Fahrstühlen geschaffen werden. Das „Bahnhof“-Gebäude bleibe erhalten. Ein evtl. 3. Gleis soll nach diesen Baumaßnahmen weiter möglich bleiben. Voraussichtliche Baukosten 18 Mio Euro, davon 6 bis 7 von der Gemeinde zu tragen. Mit einer Umsetzung rechnet Knobloch in 5 bis 7 Jahren. Schon weiter fortgeschritten ist der Söllinger Fall mit Fußgänger-, Radfahrer- und Pkw-Unterführung. Die Planfeststellung stehe beim Regierungs-präsidium an. Die Aus-schreibungsunterlagen für erdgebundene Leitungen würden gerade erstellt. Neu sei aus Sicherheitsgründen die Verbreiterung der Bahnsteige. Alle Arbeiten erfolgen unter Beibehaltung des Haltepunktes. Am Knotenpunkt Wesebach-, Hebel- und Königsbacher Straße soll ein kleiner Kreisel entstehen. Kosten insgesamt: 20 Mio, Zuschüsse 70 bzw. 50 Prozent. Mit umfangreichen Kanalaufweitungen vom „Viktoria“ Gelände bis zur B 293, dazu einer neuen Stichleitung vom Bildungszentrum zur Pfinz zur Abführung des Oberflächenwassers im Schulzentrum will man der ständigen Hochwassergefahr in diesem Teil Berghausens begegnen. Die zunehmenden Hochwässer mit zum Teil großen Zerstörungen ließen keine andere Wahl. Zur Gesamtmaßnahme gehören auch Kanal- und Wasserversorgungsarbeiten vor der Brunnenstraße an der Wöschbacher Straße und Umbauarbeiten mit Radfahrstreifen an der Wöschbacher Straße. Kosten 6,5 Mio, etwa hälftiger Zuschuss werde erhofft. Auf dem Bildungszentrumsgelände werden zwei, je zweigruppige neue Kindergärten entstehen, davon einer für unter Dreijährige. Ausgeführt wird in Modulbauweise bzw. als dauerhaftes Bauwerk. Standorte sind vor dem „roten Platz“ und an der Stelle der früheren TSV-Halle. Trotz Bauverzögerung schon weit fortgeschritten sei die energietechnische Ertüchtigung an Fenstern, Dach und Außenfassaden der Grundschule Wöschbach. Mit einer möglichen, zuschussfähigen Südumfahrung (20 Mill., 10 von Gemeinde), „ein Kind, das schon um die Jahrtausendwende geboren wurde“, könnte Kleinsteinbach vom hohen Durchgangsverkehr entlastet und gleichzeitig die Zufahrtsprobleme von Edelstahl Rosswag gelöst werden. Das Verkehrsaufkommen in Kleinsteinbach entspreche dem von der B 10 ab Gasthaus „Laub“ Berghausen in Richtung Grötzingen. Ausgangspunkt wäre der Abzweig nach Singen von der B 10 nach Überwindung des dortigen Geländeniveaus über die Feldlage bis zur Anbindung beim „Stupfericher Eck“. Untersucht werden müsse noch der Verlauf (bebauungsnah oder -fern).. Eine kostengünstigere Alternativlösung, aber ohne spürbare Durchgangsverkehrverringerung, wäre eine zum Unternehmen führende Zufahrt vom „Stupfericher Eck“ aus über eine Sackgassenvariante (5 bis 7 Mio., ausschließlich durch die Gemeinde zu finanzieren).

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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