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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 30.07.20 , gültig bis Mi. 05.08.20

Die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit – der Borkenkäfer schlägt zu

Einen informativen Einblick in die herausfordernde Arbeit des Forstbetriebs gab Förster Matthias Köpf Bürgermeisterin Nicola Bodner bei einem kleinen Rundgang. Anlass war, dass der Borkenkäfer jetzt auch im Pfinztaler Wald verstärkt sein Unwesen treibt. Ziel einer Exkursion war der Walddistrikt „Mickenloch“ auf Berghausener Gemarkung, wo Revierleiter Matthias Köpf der Bürgermeisterin die Auswirkungen des Käferfraßes vor Augen führte. Hier hatten die Mitarbeiter des Forstbetriebs quasi ein Borkenkäfer-Nest entdeckt. Zufällig geschah dies nicht, denn die Mitarbeiter schauen derzeit gezielt in die Fichtenbestände, um bereits bei ersten Anzeichen Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Diese bestehen im Fällen der geschädigten Bäume, um eine weitere Ausbreitung des Käfers zu verhindern. Die geschädigten Fichten sind an dürren Nadeln, Nadelfall, und zuletzt an einem Rindenabfall zu erkennen. Geschulte Augen erkennen das Eindringen der Schädlinge auch am zu Boden gefallenen Bohrmehl am Fuß der Bäume.

 

Oberhalb der Erddeponie war ein Lohnunternehmen dabei, die geschädigten Fichten nach und nach zu fällen, sodass bald eine größere Freifläche sichtbar sein wird. Der Buchdrucker, eine Gattung der Borkenkäfer die Fichten liebt, frisst sich hier durch die Rinden der Bäume und schädigt sie in einem Maße, dass sie nicht mehr erhalten werden können. Was hat dies mit der Trockenheit zu tun? Gesunde Bäume mit einem ausreichenden Wasserspeicher wehren sich mit einer Verharzung gegen den Borkenkäfer. Durch Trockenheit bereits geschädigte Bäume haben diese Möglichkeit nicht mehr. 

Der Gemeinde entsteht dadurch auch ein wirtschaftlicher Schaden, weil zu teuren Aufarbeitungskosten ein drastisch gefallener Holzpreis hinzukommt. Der Fichtenholzpreis liegt derzeit etwa 50 % unter seinem Niveau von vor etwa zwei Jahren.

Die Trockenheit wirkt sich aber nicht nur auf die Fichten aus, auch Buchen und andere Baumarten sind davon betroffen. Hauptsächlich ältere und große Bäume schaffen es oft nicht mehr, das wenige Wasser in die Baumspitzen zu transportieren und vertrocknen von oben her.

Ein Novum im Zeichen des Klimawandels stellt die Tatsache dar, dass bei anhaltender Trockenheit frisch gepflanzte Bäumchen im Wald gegossen werden müssen, um ihr Absterben zu vermeiden und das weitere Wachstum zu sichern. Auch eine zusätzliche Aufgabe, die die Mitarbeiter zu leisten haben.





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