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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 13.01.11 , gültig bis Mi. 19.01.11

Keine Schonzeit mehr für Schwarzkittel

15 Tiere wurden bei einer Drückjagd in Pfinztal erlegt

Durch die milden Winter und das gute Nahrungsangebot, vor allem an Eicheln und Bucheckern, vermehren sich die Wildschweine seit Jahren sehr stark. Das ist auch auf der Gemarkung Pfinztal so. Revierpächter und Jäger reden gar von explodierten Beständen der Schwarzwildpopulation. Die in den Griff zu bekommen, ist nicht einfach. Ein Mittel sind sogenannte Drückjagden, früher Treibjagden genannt, die übergreifend auf mehrere sich tangierende Reviere gleichzeitig stattfinden. Im Distrikt „Großer Wald“, an dem auch die Kommunen Grötzingen, Jöhlingen und Weingarten partizipieren, fand eine solche statt. Daran beteiligt waren rund 200 Personen als Jäger und Treiber sowie ausgebildete Jagdhunde. Das davon betroffene Jagdrevier in Berghausen haben Hans Appel, Michael Marischler und Reinhard Weiß gemeinsam gepachtet. Es ist rund 150 Hektar groß. Hier fanden sich am frühen Morgen 32 Jäger, 18 Treiber und mehrere Jagdhunde ein, begrüßt durch ein Jagdsignal. Auf drei Stunden war die Drückjagd laut Jagdleiter Michael Marischler angesetzt. Dabei gab er die Regeln klar vor, zum Beispiel was geschossen werden darf. Dieses Mal waren es Wildschweine, jedoch keine Leitbachen, und Rehe, genau gesagt Kitze und Schmalrehe. In Schützengruppen verteilt, postierten sich die Jäger im Revier auf sogenannten Drückjagdständen, deren Standorte genau vorgegeben waren. Als die Jagd vorbei war, wurde das geschossene Wild eingesammelt. Insgesamt wurden bei der revierübergreifenden Drückjagd 15 erlegte Schwarzkittel gezählt. Bei der Drückjagd im Revier 'Großer Wald' lautete die Bilanz elf Kitze und Schmalrehe, dazu acht Wildschweine. An zentraler Stelle wurde das erlegte Wild aufgebrochen und danach aus fleischhygienischen Gründen nicht mehr wie allgemein bekannt auf Tannenreis zur Strecke gelegt, sondern an Haken aufgehängt. Zwei Veterinärmediziner übernahmen vor Ort die Fleisch- und Trichinenschau. Tradition hat auch die Schlussansprache des Jagdleiters. Jeder Jäger, der etwas erlegte, erhielt einen Bruch als Waidmanns Dank. Auch wurde dem Wild gedacht und dazu hat jede Wildart ihr eigenes Signal. Diesmal erklang „Sau tot“, und 'Reh tot', bevor der Austausch der Jagderlebnisse dieses Tages beim „Schüsseltreiben“ beredet wurde. Auch hierzu ertönte ein Hornsignal. Nach der Drückjagd ist vor der Drückjagd, ließ Michael Marischler wissen und sprach von einer mehrmonatigen Vorbereitung für eine solche Drückjagd, die in Absprache mit dem zuständigen Förster erfolgt. Die Jagd fülle eine wichtige Lücke im Ökosystem aus, sagt Michael Marischler. Sie ersetze Bär, Luchs, Wolf, Tollwut und harte Winter. Die Jagd ist ein Hobby, das Zeit und Geld kostet. Und trotzdem stoße man bei vielen Mitbürgern oftmals auf großes Unverständnis, sagte Michael Marischler. Die Wildschweine seien inzwischen so zahlreich, dass so viele wie möglich bei gleichzeitiger Rücksichtnahme auf die Familienstruktur der Rotte erlegt werden müssten.

Text und Foto: Emil Ehrler





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