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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 08.11.17 , gültig bis Mi. 15.11.17

Gemeinde informierte bei Einwohner-Versammlung in Kleinsteinbach

Die vorbereiteten Zuhörerreihen waren nicht voll besetzt, das Interesse der Bürgerinnen und Bürger konnte sich bei der Einwohnerversammlung in der Kleinsteinbacher Hagwaldhalle aber sehen lassen.

Rund 120 Besucher wollten den Stellungnahmen zu wichtigen Vorhaben der Kommune durch Bürgermeisterin Nicola Bodner und die Riege ihrer Fachbereichsleiter mit Wolfgang Kröner (Gremien und Verwaltung), Günther Knobloch (Bauen und Planen), Thomas Sturm (Finanzen und Personal) und Uwe Renz (Umwelt und Garten) lauschen.

„Wir wollen die vielen Themen, die in den Gremien intensiv beraten wurden, komprimiert vortragen, auch um in verträglichem Zeitrahmen zu bleiben“ – es wurden schließlich ein dreiviertel Stunden - , kündigte Nicola Bodner an.

Letztlich wurde es eine von Sachlichkeit mit vielen Daten und wenig Überraschendem belegte Informationsveranstaltung, zu der auch eine Fragerunde für die Bürgerinnen und Bürger gehörte.

Umfangreich wie vor allem finanziell fordernd zugleich sind die Vorhaben und Großprojekte der Gemeinde in naher und fernerer Zukunft, insbesondere auf dem baulichen Sektor, und dies alles bei einem Schuldenstand von insgesamt rund 25 Millionen Euro, wie Kämmerer Sturm auf Anfrage bekannte. In sechs Themenschwerpunkte untergliederte die Gemeindeführungscrew ihre Beiträge:

Breitbandausbau

Bocksbachrenaturierung

Bahnübergänge

Baustelle B 10 Kleinsteinbach

Kinderbetreuung

Nahversorgung

 

 

Gemeinde informierte bei Einwohner-Versammlung in Kleinsteinbach

Breitbandausbau

Wolfgang Kröner verwies einleitend auf den äußerst schlechten Stand Deutschlands im internationalen Ranking, was den Glasfaseranteil bei Breitbandanschlüssen betrifft. Bei der Breitbandverfügbarkeit sehe es Pfinztal betreffend relativ gut aus; 95 % der Haushalte können mit 50 MBit oder mehr versorgt werden. Dies habe bisher zu wenigen Beschwerden geführt. Den Anschluss an das überörtliche Glasfasernetz halte man sich offen. Zwei Anbieter sind in Pfinztal aktiv. 2016 wurde das Netz in Berghausen ertüchtigt, 12 Kilometer Glasfaserkabel wurden 2017 in den anderen Ortsteilen verlegt. Erste Glasfaser-Hausanschlüsse gebe es im Neubaugebiet in Söllingen. Bandbreiten von 100 MBit, mittelfristig 250 würden erreicht. „Wir sind auf einem guten Weg“, fasste N. Bodner zusammen.

Bocksbachrenaturierung

Die seit vielen Jahren anvisierte Renaturierung des Baches in seinem Unterlauf bis zur Pfinz (Länge 240 m) soll laut Uwe Renz ab August 2018 nun tatsächlich beginnen. Sie ist eine ökologische Ausgleichsmaßnahme für den mit der Erschließung des Baugebiets „Heilbrunn/Engelfeld“ in Söllingen verbundenen Eingriff. Der bisherige Sohlenverbau werde entfernt, die Hochwassersicherung für ein 100-jähriges Ereignis bleibe erhalten.

Bahnübergänge

Günter Knobloch skizzierte die lange Vorgeschichte des Kleinsteinbacher Übergangs seit dem Unfall 2006. Nach dem Scheitern der Beseitigung des niveaugleichen Übergangs sehe das Kernstück der neuen Planung durch die Bahn eine gestreckte Linienführung der Burgstraße zwischen Kreisel und Übergang, den Abriss des alten Bahnhofes und eine Halbschrankenlösung vor; Kosten für die Gemeinde 600.000 €. Wegen des ehemaligen Bahnhofes gebe es Verhandlungen mit dem Eigner. Ein Resultat sei noch nicht in Sicht. Baubeginn soll 2022 sein. Zur Belastung des Überganges: Täglich 1.300 Pkw, 300 LKW und Busse, 30 Motorräder, 350 Radfahrer, über 1.000 Fußgänger mit kritischer Gemengelage zu den Stoßzeiten, 120 Züge.

Beim Bahnübergang Söllingen gehe die Planung nach der abgewiesenen Petition weiter. Die Gemeinde hoffe noch auf höhere Zuschüsse, da bei einem Wegfall der PKW-Unterführung Lärmgrenzwerte in der Reetzstraße überschritten würden. Bisher wurde von einem Gemeindeanteil von 13 Mill. € ausgegangen. 

Baustelle B 10 Kleinsteinbach

Als bisher für ihn schlimmste Baumaßnahme wegen auftretender, unerwarteter Schwierigkeiten bezeichnete Günter Knobloch die Kanalarbeiten an der Bundesstraße, hier täglich von 12.600 Fahrzeugen frequentiert. Er entschuldigte sich für die Verdoppelung der Bauzeit auf nun über ein Jahr und dankte vor allem den Anliegern für ihr Verständnis. Die Straßendecke soll von Februar bis April 2018, teilweise mit Vollsperrung, eingebracht werden.

Kinderbetreuung

Kämmerer Sturm berichtete über die großen Anstrengungen zur Verbesserung. Über 740 Plätze seien vorhanden, bis 2019 sollen elf neue Gruppen für 170 Kinder geschaffen werden.

Nahversorgung

Als unterdurchschnittlich bezeichnete Wolfgang Kröner die Nahversorgung. Ein Drittel der Kaufkraft fließe dadurch ab. Rechnerisch sei viel Potenzial und Bedarf, auch Interesse von Unternehmen vorhanden, die Standortfrage brachte aber bisher alle Bemühungen zum Scheitern. Auch im Drogeriebereich scheiterte bisher eine Lösung an Einsprüchen gegen das geplante Bauvorhaben.

Für die Gemeindeverwaltung teilte Hauptamtsleiter Wolfgang Kröner mit, dass in dieser Woche die Ausschreibung für 28 Bauplätze im Neubaugebiet „Heilbrunn-Engelfeld“ veröffentlicht wird. Die Gemeinde ist in diesem Neubaugebiet Eigentümerin von insgesamt 37 Bauplätzen. Mit den Erschließungsarbeiten wird demnächst begonnen.

Auch Fragen aus dem Kreis der Zuhörerschaft bei der Einwohnerversammlung wurden beantwortet:

Zur Planung B 293-Umgehung wurde betont, die Planung gehe weiter. Fachplanerisch liege aber noch nichts vor, so dass auch keine Aussage zu auf die Gemeinde im Zuge dieser Baumaßnahme zukommenden Kosten gemacht werden könne.

Von B 10-Anliegern in Kleinsteinbach wurde nachgefragt, ob beim neuen Straßenbelag Flüsterasphalt Verwendung findet. Dies sei nicht der Fall, berichtete Ortsbaumeister Knobloch. Ein lärmmindernder Asphalt sei aber zugesagt. Von Anrainern der Bockstalstraße wurde eine durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h gefordert. Im Augenblick müsse der Status quo akzeptiert werden, stellte Bürgermeisterin Nicola Bodner fest. Mehr Selbstdisziplin wurde beim Zuparken von Gehwegen verlangt; das Ordnungspersonal der Gemeinde allein sei mit der Lösung bzw. Verbesserung des Problems überfordert. Eine größere Selbstdisziplin sei auch bei der Einhaltung vorgeschriebener innerörtlicher Geschwindigkeitsbeschränkungen angebracht.

Nachdem für die Jüngsten im Ortsteil Kleinsteinbach viel getan werde, wurde nachgefragt, ob auch für die ältere Generation in dem Ortsteil nachgedacht werde. Gemeint war damit die Schaffung einer Senioreneinrichtung wie in den anderen Gemeindeteilen auch.

„Wir machen eines nach dem anderem“, fasste sich Nicola Bodner in ihrer Antwort kurz.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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