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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Mi. 08.11.17 , gültig bis Mi. 15.11.17

Theaterabende in Kleinsteinbach: „So stellt man sich Theater vor“

Autor Koch bei Aufführung der Musikverein-Theatergruppe anwesend

Der neunte Auftritt der Theatergruppe des Musikvereins Kleinsteinbach hatte einen besonderen Höhepunkt: Autor Erich Koch, für dessen Stücke sich das MVK-Ensemble schon mehrfach entschieden hatte, war bei der jetzigen Inszenierung des „irrwitzigen Schwankes in drei Akten“ mit dem Titel „Ein Engel auf Bewährung“ zugegen und folgte aufmerksam der Umsetzung seines Werkes. Mit einem Schlusswort machte er den Laienschauspielern die größte Freude und Anerkennung: „So stellt man sich Theater vor. Sie haben Ihre Rollen mit viel Herzblut gespielt“. Eine gewisse anfängliche Nervosität habe sich schnell gelegt, und es habe ihm gefallen, wie sie ihre Rollen interpretiert haben und in welcher einladenden Atmosphäre – die Aula der Grundschule war wieder der Veranstaltungsort – sie ihren Auftritt machen können, meinte der gebürtige Huttenheimer und seit vielen Jahren in Pfullendorf lebende fast 70-jährige Autor, der auch mehrere Jahre bei d’Badisch Bühn spielte. Die MVK-Mimen, wie die Besucher in der wieder vollbesetzten Aula, sind beeindruckt von der besonderen Situationskomik in Kochs Stücken, die das Leben widerspiegeln und sich durch offenen und tiefgründigen Humor auszeichnen. Zwei Newcomer, Uwe Konstandin und Andrea Öttinger, waren dieses Jahr auch dabei, womit das Ensemble auf je vier weibliche und männliche Schauspieler erweitert war und „Ein Engel auf Bewährung“ möglich wurde. Das in Hochdeutsch verfasste Stück wurde natürlich in Pfinztaler Mundart gespielt, auch angereichert mit einigem Lokalkolorit. Unter Katja Ebsteins Melodie „Theater, Theater, der Vorhang geht auf“ öffnete sich eine Bühnenkulisse mit Wohnzimmer und Essecke. Verblüffend zur Vorgabe einer Komödie dann die Eröffnungsszenerie mit einer wehklagenden Trauergesellschaft im Mehrfamilienhaus von Sabine Wessinger (Sabine Liebke), die ihren Mann Sven (Sven Wessinger) verloren hatte, Tochter Manu (Manuela Wessinger), auf Mannsuche befindlich, Schwiegermutter Andrea Wessinger(Andrea Öttinger) und der gebrechliche Vater Steffen Konstandin(Steffen Konstandin) beklagen einerseits das Ableben von Sven, verschweigen aber auch nicht sein sündiges Leben und seine Hinterlassenschaft von Schulden. Später erscheinen der Schuldeneintreiber Uwe Schmuser (Uwe Konstandin) mit seinem Sohn Andi (Andreas Frey) und Svens Schwester Sylvia Rafke (Sylvia Künzler), die auch noch etwas abbekommen will. Ungläubigkeit und Chaos entsteht, als Sven als „halber Engel“ auf der Bildfläche erscheint, jedoch nur von Sabine gesehen und von den anderen nur als Gewissen gehört werden kann. Dies war möglich, weil er, an der Himmelspforte mit einem gleichnamigen Finanzbeamten verwechselt, sich des-halb trotz seines Vorlebens eine Bewährungschance auf Erden verdiente, um himmlische Flügel zu erhalten. Dazu musste er aber drei Ehen stiften. Den reichsten Bauer im Ort, Uwe Schmuser, der alle Schuldscheine Svens aufgekauft hatte und die Familie von Haus und Hof vertreiben will, plant der „Engel“ mit Sabine zu verheiraten. Dies erscheint zu-nächst als unlösbare Aufgabe. Auch gegen das Näherkommen von Manu und Andi, der sich als perfekte Hausfrau ausgibt, scheint es unüberwindbare Widerstände zu geben. Und der schrullige Opa hat eigentlich auch nicht mehr den Wunsch, eine Ehe einzugehen. Als ihm aber das sprechende Gewissen und zusätzlich der von ihm geliebte Schnaps zusetzen, bahnt sich doch eine Liaison mit Andrea an. Schließlich schafft es der himmlische Bote doch noch, seinen Auftrag zu erfüllen. Dafür erhält er als Lohn richtige Flügel, mit denen er dann ins Paradies einziehen darf.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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