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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 13.09.17 , gültig bis Mi. 20.09.17

Besuch von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer im Fraunhofer ICT Pfinztal

Innovative Technologien ins Blickfeld gerückt

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Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (blaue Jacke) informiert sich im Fraunhofer ICT Pfinztal über neueste Forschungstrends.

Sie nahm sich viel Zeit bei ihrem Besuch am vergangenen Dienstag im Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) auf dem Berghausener „Hummelberg“. Fast zwei Stunden dauerte die Visite der Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer, und die Institutsleitung fuhr eine leitende Garde an Chemikern, Physikern und Ingenieuren auf, um die Ministerin „aus erster Hand“ über Erreichtes und Geplantes in mehreren Forschungsbereichen am ICT zu informieren. Dabei standen besonders aktuelle Forschungstrends in den nicht nur für Baden-Württemberg wichtigen Themen Mobilität und Energiewende im Fokus. Beeindruckt über die Forschungsinitiativen und voll des Lobes war die Ministerin nach dem Rundgang. „Hier wird auf höchstem Niveau gearbeitet. Gerade das Land Baden-Württemberg braucht innovative Technologien, wie sie hier entwickelt werden“, stellte T. Bauer resümierend heraus. Institutsleiter Prof. Dr. Peter Elsner wertete den Besuch der Ministerin „als große Wertschätzung unserer Arbeit und zugleich Ansporn, so intensiv weiterzuarbeiten“. Einleitend stellte Gruppenleiterin Sandra Pappert aus dem Bereich Energieeffiziente Speichersysteme Materialien vor, mit denen Räume vor Unterkühlung oder Überhitzung geschützt werden können. Dabei werden Wachse mit differierenden Schmelzpunkten verwendet. Außerdem wurden Versuche mit Schaumstoffen (Wärmeflussverhalten und Dämmwert) erklärt.

In der Projektgruppe Neue Antriebssysteme ist Lars-Frederik Berg in leitender Funktion tätig. Er präsentierte und erläuterte einen Leichtbau-Motorblock eines Verbrennungsmotors. Ziel dieses Forschungsmotors sei es, diesen durch die Verwendung von Kunststoffkomponenten leichter, geräuschärmer und thermisch besser zu machen. Auch in Elektromotoren sollten künftig Kunststoffe Anwendung finden. Gerade auf diesem Gebiet sei es wichtig, den Wandel der Technologie nicht zu verschlafen; nach anfänglicher Zurückhaltung scheine die Autoindustrie hier auch „auf den Zug aufgesprungen“ zu sein. Produktbereichsleiter Stefan Tröster verwies auf ein Studentenaustauschprogramm des Karlsruher Instituts für Technologie mit der Western University in London, Ontario, in Kanada. Dort betreibe das ICT ein Project Center, in dem in diesem Jahr ein Leichtbau-Hardtop auf Basis von Faserverbundwerkstoffen für die neue Corvette, einem amerikanischen Sportwagen, entwickelt wurde. Für die am Projekt beteiligten Studierenden sei dies eine tolle Herausforderung mit Praxisbezug. Der Bau von Demonstrationsanlagen wertet die Institutsleitung als wichtigen Bestandteil zur Aussagekraft von Laborwerten.

Dabei, sich einen Namen auf dem Forschungsgebiet der Erzeugung, Speicherung und Wandlung fluktuierender Energie zu machen, ist das ICT seit diesem Jahr verstärkt durch den Bau einer zwei MW Windenergieanlage und die Entwicklung eines großen Energiespeichers. Das große Windrad auf dem Institutsgelände erzeugt Strom, der in Redox-Flow-Batterien gespeichert wird, erläuterte der dafür zuständige Gruppenleiter Peter Fischer. „Ziel ist eine effiziente und langlebige Speicherung von Energie“. Vorgeführt wurde auch eine Testzelle. Um die „Tankstelle der Zukunft“, bei der sowohl synthetische Kraftstoffe in flüssiger und gasförmiger Form als auch Wasserstoff für Brennstoffzellen und Strom für die E-Mobilität eine Rolle spielen werden, ging es zum Ende des Rundganges. Nach Thorsten Jänisch und Ivica Krajevic erforsche das ICT unter anderem die Synthese und Anwendung alternativer synthetischer Kraftstoffe und Additive aus nachwachsenden Rohstoffen. Durch diese können für konventionelle Verbrennungsantriebe deutlich verminderte Schadstoffemissionen erreicht werden. Neuestes Versuchsfeld ist die Gewinnung von Kraftstoffen aus CO2. Eine rußfreie Verbrennung sei das Ziel. Für den Einsatz der Technologie in Autos sei aber erst in zehn bis 15 Jahren zu rechnen. Eine größere finanzielle Unterstützung der Forschungsarbeit auf diesem Gebiet wäre wünschenswert, wurde angemerkt.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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